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Gerhard Eisenbeis und Klaus Eick
Studie zur Anziehung nachtaktiver Insekten an die Straßenbeleuchtung unter Einbeziehung von LEDs

 

 (Nachzulesen in: Natur und Landschaft, Zeitschrift für Naturschutz und Landschaftspflege, Heft 7, Juli 2011, S. 298, Kohlhammer Verlag)

 

 

 

Im Sommer 2008 veranlasste die Stadt Düsseldorf auf eine Initiative des Fachforums II Arbeitsgruppe („Licht im Raum“) hin eine Studie zum Anflugverhalten von Insekten an Straßenleuchten. Dabei wurden moderne Straßenlampen wie Metallhalogen und LED mit konventionellen Lampen wie Quecksilber- und Natriumdampfhochdruck und Leuchtstoffröhren verglichen. Die Insekten wurden simultan mit 20 Lichtfallen gefangen, die vor der Dämmerung angebracht und am nächsten Tag geleert wurden.Es wurden 33896 Insekten aus 964 Nachtfängen mit Anflügen von 13 Insektenordnungen ausgewertet. Für die Hauptlichtarten ergab sich folgende Reihung des
Anflugs im Vergleich zu Quecksilberdampfhochdrucklampen (Referenz):

 

Metallhalogen 84 % 
Leuchtstoffröhren 54 %
Na_DH 46,4 %
LEDs (alleLichtfarben) 19,9 %.
 
Der Anflug an die LEDs unterschied sich hochsignifikant von den übrigen Lampenarten. In einem Nebenversuch wurden kalt-weiße mit warm- und neutralweiß getönten LEDs verglichen. Hierbei reduzierte sich der Insektenanflug noch einmal um rund 65 %. Die 7 anflugstärksten Insektenordnungen wurden im Hinblick auf ihre Lampenpräferenzen verglichen. Zwei Ordnungen zeigten höhere Anflugwerte als die Referenz, für die Nachtfalter wurden an Leuchtstoffröhren und LEDs sehr niedrige Anflüge von 3,4 % und 5,1 % festgestellt. Die vergleichsweise geringere Beleuchtungsstärke der LEDs, ihr Einsatz in einer speziellen Leuchtenkonstruktion und ungelöste Fragen der Abstrahlung am Standort Düsseldorf-Flehe machen jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um ihre Insektenfreundlichkeit als naturschutzfachliche Empfehlung abzusichern. (Aus: Natur und Landschaft 7/2011)

 

 

LICHTVERSCHMUTZUNG

Lichtverschmutzung stellt eine große Gefahr für Insekten, Fledermäuse und Vögel dar. Durch das Licht werden Insekten und Schmetterlingsarten angelockt, Sie sterben durch Kollision oder Erschöpfung. Fledermäuse werden in ihrem Sommerquartieren durch Ausleuchtung der Gebäude gestört, so das Sie nachts gar nicht mehr zur Nahrungsaufnahme ausfliegen. Vögel können durch starke Lichtquellen in ihrem Zugverhalten gestört werden. Gemäß NABU-Bundesverband ist das LED-Licht „insektenfreundlich“:

„LED-Licht ist relativ insektenfreundlich. Das Licht strahlt fast gar nicht in den Frequenzbereichen, für die Insektenaugen besonders empfindlich sind. Zwar ist das Licht gerade weißer LED`s, die für Straßenbeleuchtung in Frage kommen, nicht völlig monochrom, sondern enthält einen breiteren Spektralbereich. Die für Insekten besonders anlockende Strahlung im Ultraviolett-Bereich (UV, unter 380nm Wellenlänge) entsteht jedoch auch bei weißen LED`s gar nicht. Zudem verursachen Leuchtdioden weniger Insekten anlockendes Streulicht in die Umgebung.